Inhaltsverzeichnis zu
"Seelentaumel"
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 6
Wie alles begann 11
Die Liebe und die Macht der Panik 24
Chaos 28
Borderline 35
Psychiatrie 42
Showdown 51
Belastungsproben 61
Neue Hoffnung 68
Das Puzzle 73
Missbrauch 77
Täter-Baum 84
Bitterer Verlassensschmerz 87
Die Identität der Spinne 91
Trigger, Flashbacks und der Fluch der Sexualität 97
Seelenkollaps 101
EMDR 105
Befreiung 112
Leben 116
Gedanken der Gegenwart 118
Danksagung 126
Nachwort 127
Begriffserklärungen 128
Leseprobe zu
"Seelentaumel"
Vorwort
Es scheint so, als wäre ein Einbrecher da gewesen. Ich weiß nicht, wann
genau er da war, aber irgendwann muss es gewesen sein, denn als ich
wieder zu mir kam, war das Chaos da. Alles lag herum … in einer Ecke
lag das Lachen, in der anderen das Glück.
Irgendwer hatte sämtliche Schubladen durchwühlt und den Inhalt achtlos
herausgeworfen. Die Schuld lag mir zu Füßen, die Angst direkt daneben.
Dahinter die Wut, dann die Trauer und hinten, zusammengekauert,
der Schmerz. Irgendwann standen alle Gefühle wieder auf und taumelten
umher. Keiner wusste mehr so recht wohin er gehörte. Alle waren
völlig verwirrt.
Das Glück lachte über den Schmerz, dieser wiederum spürte sich nicht
mehr, und das erzürnte die bislang noch schweigende Wut. Die Trauer
gab der Angst die Schuld, weil sie nicht weggelaufen war. Denn Flucht
war doch ihre wichtigste und lebensrettende Aufgabe.
Das verunsicherte die Angst wiederum so sehr, dass sie von nun an beständig
da war. Nichts durfte ihr jetzt mehr entgehen … und so wurde sie
zu meiner treusten Begleiterin.
Aber was hatte der Einbrecher gestohlen, was hatte er gesucht? Lange
Zeit wusste ich es nicht. Dann wurde es mir klar.
Er hatte die Liebe geraubt … in jener Zeit, die mir nun fehlt.
Stimmen zu
"Seelentaumel"
Anrührend erzählt die Autorin den schweren Lebensweg der Protagonistin, die zahlreiche seelische Verwundungen hinnehmen musste. Ohnmächtig treibt sie hin- und hergerissen auf der Suche nach den wahren Gefühlen, Glück und Anerkennung. Einfühlsam und sensibel, dabei durchweg fesselnd, erzählt sie die tragischen Ereignisse.
Es wird deutlich, dass ein Kind in seiner eigenen Welt lebt und den Erwachsenen schutzlos ausgeliefert ist. Wenn die Verhältnisse durch Ereignisse wie Entbehrungen, Schuldgefühle und Unterdrückung
geprägt sind, kann kein Kind in Geborgenheit aufwachsen. Es wird gleichsam zu einem kleinen
Erwachsenen und muss sein Nichtkindsein auf andere Weise schmerzvoll verkraften. Erst nach einer tiefen
Krise gelingt es ihr, in sich hineinzuhorchen, Gefühle zuzulassen, Glück zu empfinden und die Vergangenheit allmählich zu bewältigen.
Dieses Buch ist sehr zu empfehlen. Man sollte nicht nur die Zeilen lesen, sondern auch zwischen den Zeilen. Oft findet man sich selbst wieder. Es regt zum Nachdenken an und es bleibt zu hoffen, dass es die Gesellschaft mit ihren Vorurteilen aufrüttelt.
Veronika Butzkus
Schon das Vorwort ist stark – es beschreibt sehr treffend die Verwirrung der Gefühle und zieht mich als Leser voll in das Buch herein. Es macht neugierig: Was kommt jetzt?
Es kommt in der Einleitung: Ein unsensibles Rindvieh von Arzt. Ramona hat einen Stil, der sich sehr flüssig liest, und eine bildhafte Sprache, die mich als Leser voll in den Bann gezogen hat. Sie verwendet Vergleiche, die die Vorgänge sehr anschaulich und nachvollziehbar machen. So stark wie das Vorwort war, so stark geht es im Buch weiter. War es am Anfang ein Bann, nahm es mich im Rest endgültig gefangen. Am meisten betroffen machte mich eines: Ich fand viele Ähnlichkeiten mit meinem eigenen Leben! Nicht so extrem, aber aufwühlend genug. Oft flossen Tränen bei mir, wieder und wieder legte ich das Buch aus der Hand – um es möglichst bald weiter zu lesen. Jetzt wollte ich wissen, wie Ramona es geschafft hat.
Ich war erleichtert, zu lesen, dass und wie sie es geschafft hat – was gleichzeitig Sehnsucht in mir weckte, es auch schaffen zu wollen. Ich bin noch auf dem Weg, doch Ramonas Buch weckt Hoffnung.
Sie hat einen wunderschönen Satz in ihrem Buch: „Es ist wichtig, darauf zu vertrauen, dass wir so, wie wir sind, richtig sind – egal wie schmerzlich, launenhaft oder verurteilenswert unser Leben gerade zu sein scheint.“
Ramona, ich danke dir, dass du dein Leben mit uns teilst und so ein starkes, bewegendes Buch geschrieben hast! So stark und bewegend wie du selbst! Ich wünsche dir, dass dein Wunsch in Erfüllung geht, den du beschrieben hast: „Mein größter Wunsch für die Zukunft ist, dass ich meinen gefundenen Frieden in meinem Herzen bewahre und Licht und Liebe an die Menschen weitergeben kann.“
Bei mir hast du es schon ein Stück weit geschafft!
Ulla-Manu Beer
Ich war sehr schockiert über diese Krankheit. Man kann sich ja normalerweise nicht vorstellen, sich selbst zu verletzten.
Ich finde das Manuskript gut geschrieben. Es ist bestimmt eine Hilfe für all jene, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Es macht Mut, sich nicht aufzugeben und vor allen Dingen nach den richtigen Ansprechpartnern und richtigen Therapeuten zu suchen. Schön, dass Ramona sich durchgekämpft hat und durch die Liebe zu neuem Glück und vor allem bald einer eigenen Familie gefunden hat.
Ingrid Amschler