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Aktuell vom 10 März 2009

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Nachruf - Georg Kövary

“Ein Ungar kommt selten allein”

Geboren am 22. Februar 1922 und verstorben am 7. März 2009

Am 7. März 2009 im Alter von 87 ist ein bewundernswerter Schriftsteller und hingebungsvoller Ehemann nach langjährigen, schweren und in großer Demut ertragenen Leiden von uns gegangen.
Der Starks-Sture Verlag trauert um das Ableben eines so liebevollen Menschen und wünscht seinen Angehörigen all die Kraft, die Sie nun benötigen um diesen schweren Verlust zu bewältigen. Alle, die ihn kannten und liebten, werden mit der Erinnerung an ihn und auch an sein wundervolles Werk „Ein Ungar kommt selten allein“ weiterleben.

Der Autor Georg Kövary, ausgezeichnet mit dem Theodor-Körner-Preis, dem österreichischen Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft, dem Berufstitel „Professor“ sowie dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Rep. Ungarn, wurde 1922 in Budapest als Sohn des Mitbegründers des Ungarischen Kabaretts, Julius Kövary, geboren. Nach 6-jährigem Besuch der Volksschule in Berlin, arbeitete er nach seiner Matura in Budapest als Schriftsteller, Journalist, Übersetzer, Synchron- und Filmdramaturg. Nach seiner Flucht 1956 nach Wien führte er seine journalistische Tätigkeit beim KURIER weiter und wurde Leiter des Wiener Theaterrings für die Leser der Zeitung. Ab 1960 leitete er den Wiener Filmclub im Palais Palffy.

Im Januar 1957 organisierte Kövary zugunsten der Ungarnflüchtlinge eine Matinee im Volkstheater mit Stars wie u.a. Peter Alexander, Hans Moser, Ewald Balser, Albin Skoda, Hermann Leopoldi. Georg Kövary führte nicht nur durch das Programm, sondern gestaltete auch eine Doppel-Conférence mit Karl Farkas, zu der er auch den Text schrieb.

Kövary schrieb viele Bücher, darunter auch Jugendromane, so zum Beispiel den Kinder Krimi „Haltet den Dieb und haltet den Mund“ oder der Titel „Wofgang spielt die Hauptrolle“. Außerdem schrieb er ein theaterwissenschaftliches Buch über Franz Molnar sowie „Das Schülerstreichquintett“ und „Tibor goes west“. Aber auch Libretto und Liedtexte zum ersten österreichischen Kindermusical „Das Luftschloss des Herrn Wuschelkopf“, das 1967 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Von ihm stammen u.a. das Fernsehspiel nach Ödön von Horvath „Dorf ohne Männer“; die Dokumentation „Wien, 7. Bezirk Josefstadt“; die Rundfunkreihe „Wien 1 bis 23 (23 dreiviertelstündige Sendungen mit Humoristischem und Wissenswertem über die Wiener Bezirke) das „Wiener Konzertcafé“, für das er ein Jahr lang typisch wienerische Figuren und Originale erfand sowie „Gedanken eines Humoristen“, eine tägliche Reihe für den ORF.  Er schrieb nicht zuletzt mehr als 50 Hörspiele, die überwiegend von ihm selbst inszeniert wurden – mit seiner zweiten Frau Brigitte Garzarolli-Thurnlackh als Regieassistentin.

Kövary hat sowohl in österreichischen Zeitungen wie u.a. KURIER, PRESSE, WIENER JOURNAL, BÜHNE, FURCHE usw., als auch für ungarische wie z.B. den PESTER LLOYD oder LUDAS MATYI geschrieben. Insbesondere für den PESTER LLOYD verfasste er zahlreiche Beiträge. Hier wurden auch seine „Kaffeehausgeschichten“ erstmals veröffentlicht, die der PESTER LLOYD Verlag anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahre 2002 als Buch-Geschenk an den Jubilar – zunächst Deutsch, dann Ungarisch (in Kövarys Übersetzung) unter dem Titel „Träume Deutsch mit ungarischen Untertiteln“ herausgegeben hat und die nach kurzer Zeit vergriffen waren.

Viele sowohl ungarisch/deutsche als auch deutsch/ungarische Übersetzungen verdanken wir Georg Kövary, u.a.: „3. November 1918“ von Franz Theodor Csokor, „Don Juan kommt aus dem Krieg“ von Ödön v. Horvath, „Heute Abend Lola Blau“ von Georg Kreisler, „Die lieben Nachbarn“ von Tibor Varadi, „Sendestörung“ von Karoly Szakonyi, „Die Ungarische Medea“ vom damaligen Staatspräsidenten und Schriftsteller Arpad Göncz; „Bilanz“, ebenfalls von Arpad Göncz.

An Filmdrehbüchern schuf Kövary z.B. „Autofahrer unterwegs“, ein Lustspiel nach der damals äußerst populären täglichen Rundfunksendung gleichen Namens; mit Istvan Bekefi; „Pater Brown“ (mit Heinz Rühmann); „Die Schatten werden länger“ (mit Barbara Rütting); „Johann Strauss, König ohne Krone“ (Regie: Franz Antel).